Der Spionagekrieg in der Cyberwelt

Die Macht der Daten. So haben wir das Thema dieser Ausgabe untertitelt. Und in der Tat ist eine Welt ohne Computer, ohne Datenverarbeitung, ohne elektronischer Kommunikation nicht mehr vorstellbar. Allein die Frage, in welchem Bereich des Lebens, der Wirtschaft, ja sogar der Kunst und Kultur man auf Information Technology, nichts anderes heißt IT übersetzt, verzichten könnte, macht ratlos.

Die Tatsache, dass die Bits und Bytes das Leben der Menschen so durchdrungen haben, dass ohne sie nichts mehr geht, macht sie aber auch gefährlich. So, wie jede Abhängigkeit gefährlich ist. Längst ist die IT-Wirtschaft ein gewichtiger Wirtschaftsfaktor. Mit Einsen und Nullen wird heute weit mehr verdient, als mit Stahl, Maschinen oder Autos. Da ist es beispielsweise wichtig, wo und welche Daten einer öffentlichen Verwaltung, einer Kommune oder eines Landes verarbeitet und gespeichert werden. Die IT-Wirtschaft Sachsen-Anhalts hat da gerade ein Problem mit dem Finanzministerium. Das will die Aufgaben, beispielsweise des Landesrechenzentrums, in ein anderes Bundesland, genauer nach Schleswig-Holstein vergeben. Zu Recht fragen die hiesigen IT-Unternehmen, wieso ihnen die Chance, diese Aufgaben zu vergleichbaren Kosten und in vergleichbarer Qualität zu erledigen, verwehrt wird. aspekt berichtet darüber.
Doch es gibt noch weitere Probleme mit den Daten. Der russische Internet-Virenjäger Kaspersky hat ein geheimes, aber sehr komplexes Angriffsprogramm entdeckt, dass nach Meinung von Fachleuten im Auftrage eines Staates kons­truiert wurde, um einen virtuellen Spionagekrieg anzuzetteln. Ist das die Gefahr des noch jungen Jahrtausends? Auch darüber berichtet aspekt in diesem Heft.
Und dann darf nicht vergessen werden, dass Smartphones, I-Pads, Netbooks und Gameplayer auch ein erhebliches Suchtpotenzial in sich bergen. Schon jetzt warnen Psychologen davor, so tief in die virtuelle Realität einzutauchen, dass darüber das Leben vergessen wird.

Allerdings gibt es auch ganz andere Ansätze. Unter dem Titel „Romantik 2.0“ hat der Verein Kulturanker aus Magdeburg gerufen, und hunderte Künstler sind dem Ruf gefolgt. Sie alle haben ein altes, leer stehendes Krankenhaus mit zahllosen Ideen und buntem Leben erfüllt. Romantik und Web 2.0 – verträgt sich das mit Phantasie, Kreativität und wirklicher Kommunikation? Und wie. Die Aktion, die noch bis zum 24. Juni lockt, beweist das.

Mit der Macht der Daten haben wir erst eine ganz kleine Tür geöffnet und einen Blick gewagt. Das Thema ist noch sehr vielschichtiger, ebenso, wie die Plastikwelle, die unsere Erde zu überrollen droht. Unter „Harte Fakten“ finden Sie mehr zu diesem brisanten Thema.

Viel Spaß beim Lesen wünscht

Rolf-Dietmar Schmidt
Chefredakteur und Herausgeber

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