Weihrauch gegen Unheil

Weihrauch,heiliges Räucherwerk, ist das luftgetrocknete Gummiharz, das aus dem Weihrauchbaum gewonnen wird. Es wird sowohl kultisch als Räucherwerk als auch in therapeutischer Absicht verwendet.
Foto: dpa

Weihrauch aus Arabien war zu Zeiten der Römer ein wichtiger Importartikel. Alle Bevölkerungsschichten brauchten die Körner und auch noch der Ärmste konnte ihn sich leisten. Denn, wie heute noch in der Kirche, war Weihrauch in der Antike Opfergabe bei vielen religiösen Zeremonien. Als Dankes- oder Bitt-Opfer wurde der Weihrauch in der Antike den Laren – den römischen Hausgeistern – zusammen mit Blumenkränzen auf den häuslichen Herd gelegt oder man richtete den Weihrauch den angerufenen Gottheiten auf den Altären.

Einem Graffito in Pompeji ist zu entnehmen, welche Ausgaben eine dreiköpfige Familie innerhalb einer Woche für Lebensmittel und Gebrauchsgegenstände hatte. Man staune! In nur einer Woche verbrauchte die Familie Weihrauch im Wert von einem As. Das war zwar die kleinste römische Münze, aber für diesen Betrag erhielt man etwa ein Pfund Brot oder ein Maß einfachen Weins, eine Lampe oder einen Teller!

Auch vor dem Bildnis der Herrscher kam Weihrauch in der Antike zum Einsatz. Weihrauch und Wein bezeugten die Verehrung und Loyalität. Als reinigende Vorspenden wurden Wein und Weihrauch auch bei aufwendigen Tieropfern genutzt. Vor dem Einbringen der Ernte wurde Weihrauch den Göttern Janus, Jupiter und Juno zuteil. Und die Römer glaubten auch, dass wenn sie Weihrauch vor der Haustüre abbrannten, dass dies eine Unheil abwehrende Wirkung habe. Auch im römischen Totenkult spielte der Weihrauch aus Arabien eine bedeutende Rolle. Freunde und Bekannte spendeten den Weihrauch bei privaten Bestattungen, bei offiziellen Begräbnissen stellte der Staat oder die Gemeinde meist eine großzügige Menge Weihrauch zur Verfügung. Der Weihrauch wurde bei den römischen Totenfeiern auf einem Scheiterhaufen und am Grab verbrannt. Auch hier sollte die unheilabwehrende Kraft zum Einsatz kommen. Weihrauchkästchen (accerae) sind auf vielen Grabreliefs dargestellt.

Für den Einsatz von Weihrauch in vielen Lebensbereichen der Römer sprechen jedoch auch Räucherkelche sowie römische Räucherschalen mit ihren typischen schaftartigen Ständern aus Ton oder Stein. Auch Altäre mit einer Mulde als Vertiefung lassen hier auf das Abbrennen von Weihrauch in der Antike schließen. Auch Weihrauch-Händler gelten als bezeugt. Und natürlich gibt es diese Funde nicht nur im Mittelmeerraum, sondern auch in unseren Breiten!

Google+
Dieser Beitrag wurde unter Aspekt-Nachrichtenmagazin, Uncategorized, Verlorenes Wissen abgelegt und mit , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.