Das Puppentheater Magdeburg hat kaum ein vergleichbares Pendant von Inhalt und Form in Deutschland, vielleicht sogar in Europa. Und nun kommt noch etwas hinzu, was diese Einzigartigkeit noch mehr hervorhebt.

Am 25. November eröffnet am Puppentheater Magdeburg die größte öffentliche Figurenspielsammlung Mitteldeutschlands in der „villa p.“ – einer benachbarten Fachwerkvilla, die für knapp 1,5 Millionen Euro denkmalgeschützt saniert, modernisiert und mit einem funktionalen Verbindungsbau mit dem Puppentheater verknüpft wurde. Das Haus wurde 1884 vom Fabrikanten Alfred Dresel errichtet.

Puppentheater Magdeburg
Michael Kempchen, Intendant des Puppentheaters Magdeburg zwischen Figuren, die nun einen Ehrenplatz im neuen Puppenmuseum finden. – Foto: Jens Wolf/dpa

In dieser einmaligen musealen Sammlung ist die ganze Geschichte der Formen des Puppenspiels seit 1500 v. Chr. bis heute auf drei Etagen und 600 Quadratmetern zu bestaunen.

Mehr als 1000 Puppen, Figuren und vielen wertvolle Zeitzeugnisse sind zu sehen, interaktiv für alle Altersgruppen zu erleben. Besonders hervorzuheben ist auch, dass viele Magdeburger, Prominente und andere Puppenspielbegeisterte für eine der Figuren die Patenschaft übernommen haben. Diese Aktion auf Anregung des Förderbbereins hat immerhin mehrer Zehntausend Euro eingebracht und in der Figurensammlung werden die Spender vir „ihren“ Figuren mit einem Namensschild verewigt.

Der Besuch der Figurenspielsammlung kann mit einer Aufführung am Puppentheater inklusive einer kleinen Stärkung im Café kombiniert werden. Mit den angebotenen Führungen werden die vielfältigen Formen der Puppenspielkunst zum unvergesslichen Erlebnis.
Mit der Eröffnung der „villa p.“ verfügt das Theater über zusätzliche Möglichkeiten für den theaterpädagogischen Bereich, für Workshops, Weiterbildungen auf dem Gebiet des Figurenbaus und –spiels sowie für internationale Kooperationen.

Einige Fakten zum neuen Puppenmuseum:

Die älteste Puppe stammt aus dem Jahr 1868. Es ist eine der Handpuppen von Schichtl, ein Magdeburger aus einer der berühmtesten Puppenbauerfamilien der Welt.

Die größte Puppe ist knapp drei Meter hoch, ein mechanischer Musik-Clown des Jahres 1987 von Christian Werdin.

Die kleinsten Puppen entstammen dem Kuriositätenkabinett: Fliegen und Mücken, jeweils etwa vier Millimeter groß.

Die wohl wertvollste Puppe ist der „Hampelmann“ von Oskar Schlemmer, der mit 10.000 Euro versichert ist.

207 Puppenpatenschaften haben das Puppentheater und sein Förderverein (Stand 21. Oktober 2012).