Es ist eine Situation, wie sie sich wohl niemand wünscht. Ein älterer Herr fällt am Badestrand in Ohnmacht. Außer einem Handtuch hat er nichts bei sich. Der von anderen Badegästen benachrichtigte Notarztwagen ist zwar schnell vor Ort, aber wichtige Informationen über den Patienten, die vielleicht lebensrettend wären, fehlen.

Wie kann man in einer solchen Situation dem Notarzt genau das mitteilen, was er wissen muss, um zielgerichtet und vor allem ohne Zeitverzug das Richtige zu tun?
Genau diese Frage, die sich zwei junge Leute aus eigenem Erleben stellten, führte zu einer Geschäftsidee, der man unbesehen eine große Zukunft voraussagen kann. „mySchmuckID“ ist das Ergebnis von einjähriger Vorarbeit von Franziska Rothenberg und Michael Wildenhain, die im Innovations- und Gründerzentrum Magdeburg-Barleben ihr Start-Up-Unternehmen auf die Füße stellten.
aspekt sprach mit den beiden Firmeninhabern.
aspekt: Was genau verbirgt sich hinter „mySchmuckID“?
Michael Wildenhain: Eigentlich verrät es bereits der Name. „mySchmuck“ steht für ein ganz persönliches Schmuckstück für die Dame oder den Herrn, das „ID“ steht für Identität, das heißt, für die Informationen, die ein Notarzt beispielsweise im Fall eines Falles braucht.

aspekt: Was muss man sich unter einem persönlichen Schmuckstück vorstellen, und wie kommen Arzt oder Sanitäter an die Informationen?
Franziska Rothenberg: Bei den Damen kann das beispielsweise eine Halskette aus Edelstahl mit einem Herzanhänger sein, bei den Herren ein Armband mit einer länglichen Schließe, wie sie viele Männer ohnehin tragen.

aspekt: Und die medizinischen Informationen?
Michael Wildenhain: Die werden von uns nach den Vorgaben der Kunden graviert. Mit anderen Worten: Ganz gleich, in welche Situation man gerät, diese Gravuren sind immer lesbar und können unter Umständen im Notfall lebensrettende Minuten bedeuten.

aspekt: Was sind das denn für Informationen?
Michael Wildenhain: Das bestimmt letztlich der Kunde. Natürlich muss es auch auf die Schmuckstücke passen. Dafür gibt es Vorgaben, wie Zeilen und Zeichen, die man natürlich am besten mit uns persönlich abstimmt.
Franziska Rothenberg: Das kann beispielsweise der Name und die Blutgruppe sein, oder, ob man Diabetiker ist, regelmäßig Blutverdünner einnimmt, bestimmte Medikamente, die sich mit anderen nicht vertragen, eine Telefonnummer, wer im Notfall zu benachrichtigen ist und vieles andere mehr.

aspekt: Wie erkennen die Helfer, dass der Patient ein solches lebensrettendes Schmuckstück trägt?
Franziska Rothenberg: Handgelenk oder Hals sind bei Notfalluntersuchungen prädestiniert, um beispielsweise den Puls zu messen. Man wird also sofort auf die Kette oder das Armband stoßen. Da die Schmuckstücke mit dem internationalen Rot-Kreuz-Symbol gekennzeichnet sind, werden sie sofort wahrgenommen. Die meisten Rettungssanitäter achten darauf.

aspekt: Bislang haben wir von Frauen und Männern gesprochen. Bieten sie bei „mySchmuckID“ auch was für Kinder, die sich beispielsweise verlaufen haben oder auf dem Schulweg, was man nicht hofft, verunglücken?
Michael Wildenhain: Natürlich haben wir auch an Kinder gedacht. Da gibt es Armbänder für Mädchen oder Jungs in deren Lieblingsfarben. Darauf kann beispielsweise eine Telefonnummer vermerkt sein, wer unbedingt zu benachrichtigen ist. Diese Armbänder sind dann nicht aus Metall.

aspekt: Apropos Metall: Kann der Kunde da seine Wünsche äußern?
Franziska Rothenberg: Natürlich. Derzeit wird vor allem Edelstahl und Silber nachgefragt. Aber wenn es gewünscht wird, können wir alles anbieten, was man gravieren kann.

aspekt: Und wie steht es mit der Nachfrage nach den eventuell lebensrettenden Schmuckstücken?

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