Zwischenruf eines Krimi-Skeptikers zum ersten „Polizeiruf 110“ aus Magdeburg

„Wären die mit ihrem Polizeiruf doch bloß in Halle geblieben“, stöhnte gequält ein Magdeburger, nachdem er den Streifen am 13. Oktober in der ARD gesehen hatte. „War es denn so schlimm?“,wollte ich noch wissen, aber er winkte ab, drehte sich auf dem Absatz um und war weg.
Zugegeben: Ich bin alles andere als ein Polizeiruf- oder Tatort-Fan, obwohl man den öffentlich- rechtlichen Krimis von Montag bis Sonntag, manchmal sogar zwei hintereinander, praktisch nicht entgehen kann. Und in allen wird gemetzelt und gemeuchelt, dass sich die Bestatter – wäre es Realität – vermutlich die Hände reiben würden. Ohne Mord geht gar nichts, am besten zwei oder drei Leichen, zerstückelt, eingefroren, eingemauert, verwest, notfalls auch als Gerippe.
Da nimmt sich der neue Magdeburger Polizeiruf direkt harmlos aus, mit lediglich zwei Leichen, davon eine mit schwarzer Hautfarbe, von jungen Rechten mit schwarzen Masken zu Tode gehetzt. Mit diesem Klischee für die Elbestadt eröffnet der Film und bedient selbiges dann in allen auch nur denkbaren Facetten bis zum Schluss.
Nicht nur, dass rechtsradikale Glatzen das vor allem aus Ruinen bestehende Stadtbild bestimmen, nein, da ist auch noch ein rechtsradikaler Rechtsanwalt, der mit allen miesen Tricks Polizei und Justiz hinters Licht führen will, und zu schlechter Letzt ist da auch noch ein Unternehmer, der im Namen der Magdeburger Wirtschaft die Stadt „von den ausländischen Parasiten säubern“ will. Schlimmer geht´s dann nimmer!

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roschflor