Seit jeher verbinden die Menschen mit Helligkeit, dem Licht der Sonne, Aktivität, Wohlbefinden und Sicherheit. Das war schon vor Jahrtausenden so und hat sich bis heute nicht verändert. Allerdings haben Erfindergeist und technische Entwicklung heute die Dunkelheit immer weiter verdrängt. Und es ist sehr viel Kreativität erforderlich, um die neuen technischen Möglichkeiten umfassend zu nutzen.

aspekt sprach dazu mit Jörg Przyborowski, Inhaber des Firma CAD’S RAUM.LICHT.SYSTEME in Aschersleben.
aspekt: Für sie ist Licht offenbar mehr, als nur Helligkeit?
Jörg Przyborowski: Auf jeden Fall. Heute ist Licht nicht nur Helligkeit, sondern kann die Stimmungen, Emotionen und die Gesundheit von Menschen positiv beeinflussen, die ästhetische Wirkung eines eigenen künstlerischen Genres entfalten oder in Verbindung mit konstruktiven Details von Räumen oder Gebäuden eine ganz spezifische Atmosphäre schaffen.

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Die Cafeteria der Berufsbildenden Schulen Kolping gGmbH in Hettstedt.
Foto:CADS

aspekt: Für Licht wird elektrische Energie benötigt, die bekanntlich ein Kostenfaktor ist…
Jörg Przyborowski: Natürlich ist das ein ganz wichtiger ökonomischer Aspekt, denn eine gute Planung von Licht in Verbindung mit intelligenter Steuerung der Gebäudetechnik kann anspruchsvolle szenische Ausleuchtungen mit dem zweckmäßigen Gestalten von Arbeitsbereichen verbinden und erheblich zur Energieeinsparung beitragen.

aspekt: Mit dem Aufhängen oder Aufstellen von Lampen ist es vermutlich allein nicht getan?
Jörg Przyborowski: Nein, auf keinen Fall. Um all diesen Anforderungen gerecht zu werden, ist Spezialistenwissen erforderlich. Meine Firma CAD’S RAUM.LICHT.SYSTEME in Aschersleben ist so ein Spezialist. Wir sind in der Lage, die ästhetischen, ökonomischen, energetischen und technischen Anforderungen in einem Projekt vom Entwurf bis zur Fertigung komplex zu bearbeiten. Die moderne LED-Technik eröffnet dabei völlig neue Möglichkeiten, an die vor einigen Jahren noch gar nicht zu denken war.

aspekt: Sie sind darüber hinaus noch auf einer Vielzahl anderer Felder tätig, die in den Blick fallen. Welche sind das?
Jörg Przyborowski: Das ist eine ganze Menge. Es fängt bei der Lichtplanung von der Idee, über die Projektentwicklung bis zur kompletten Installation für große Objekte oder das Einfamilienhaus an, geht über so genannte Deckensegel einschließlich Beleuchtung, mobile Bühnenportale, Großbildtechnik in der Außenwerbung, Planung und Ausführung von Ausstellungsbeleuchtung für Messen oder Museen, Showbühnen bis hin zu so genannten Multi-Touch-Systemen, die besonders für interaktive Ausstellungen aller Art genutzt werden.

aspekt: Stichwort Multi-Touch-Systeme. Dabei wird mit einer Fingerberührung auf einem Bildschirm ein Vorgang ausgelöst. Welche Vorteile bieten solche Systeme?
Jörg Przyborowski: Wertvolle historische Bücher können in Ausstellungen oft nur in ihrem Einband oder als aufgeschlagenes Exemplar betrachtet werden.
Zum Domschatz der Stiftskirche Quedlinburg gehören auch zwei kostbare Bücher des Frauenstifts zu Quedlinburg. Diese sind das karolingische Samuhel-Evangeliar und das ottonische Otto-Adelheid-Evangeliar. Beide Werke konnten im Domschatz bislang nur im Einband betrachtet werden. Nun ist aber gelungen, auch den Inhalt der Schriften für die Besucher zugänglich zu machen.

aspekt: Und wie das?
Jörg Przyborowski: Dafür wurden über 700 Seiten hochauflösend fotografisch erfasst und als Präsentationen für moderne Touch-Displays von der Agentur IDEENGUT aus Halberstadt aufbereitet. CAD.S erhielt den Auftrag, nach einer Skizze der Agentur die dafür notwendigen Touch-Systeme zu konstruieren und herzustellen. Entstanden sind zwei Präsentationsdisplays in klarer geometrischer Linienführung mit einer geschlossenen Glasplatte als geneigte Oberfläche. Hier können die Besucher den gesamten Inhalt der kostbaren Bücher erkunden und durch einfaches Wischen mit einem Finger die virtuellen Seiten „umblättern“.
Die Präsentation weiterer Schriften in dieser Art ist vorgesehen, da sich erhaltene Bücher aus dem Besitz des Frauenstifts an anderen Orten (z. B. in Halle/Saale, Berlin und New York) befinden. Demnächst wird ein weiterer Teil des Ausstellungsraumes ausschließlich zur Präsentation der historischen Schriften umgestaltet.