Zwickmühle (2)
Mitten hinein in den dümpelnden Wahlkampf zum Bundestag liefern Marion Bach und Hans-Günther Pölitz von der „Magdeburger Zwickmühle“ mit ihrem Programm „Wo ein Weg ist, fehlt der Wille“ eine politisch-satirische Attacke der Sonderklasse. Sie stürmen wort- und musikgewaltig die erstarrten Bastionen der Berliner Politgranden.

Hans-Günther Pölitz wusste es schon vorher, so dass er nach der Kanzlerinnen-Wahl sein Entrée nur ein wenig ändern musste. Einem Programm mit solcher Brisanz, das von einem Höhepunkt zum nächsten jagt, mit Nummern voller Phantasie und intellektuellem Anspruch, das es schafft, das Publikum von den Stühlen und zu Bravo-Rufen hinzureißen; ein solches Programm hat auch nach der Wahl das Potenzial für ein stets volles Haus.

So wünscht man sich politisch-satirisches Kabarett, bei dem sich die beiden Protagonisten gegenseitig nichts schenken, musikalisch wie schauspielerisch über sich hinauswachsen. Sie agieren auf Augenhöhe, was nicht immer bei allen Programmen der Fall war, erklären sich gegenseitig mit bissigem Humor, einem fein geschliffenen satirischen Florett und einer mitreißenden Musikalität die Unzulänglichkeiten dieser Welt „auf dem Weg des fehlenden Willens“. Dieser programmatische Wortdreher ist ein stiller Schrei, endlich die Lethargie abzustreifen und aus dem Lachen Handeln erwachsen zu lassen.
Politiker hätten es da einfacher, meint Pölitz. Die bräuchten zu jeder Wahl nur ihre alten Programme hervorzuholen, und schon können sie im Polittheater mitspielen. Die Satiriker hingegen müssten jedes Mal mit einem neuen Programm aufwarten. Zum Glück, denn bei diesem Programm bleibt kein Thema unberührt, werden beständig Finger nicht nur in offene Wunden gelegt, sondern auch noch kräftig gedreht.

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