Trinkwasser

Wasser ist für alles Leben auf der Erde notwendig. Der menschliche Körper besteht zu über 70 Prozent aus Wasser. Wer zwei Liter pro Tag trinkt, verbraucht in 80 Jahren über 55 000 Liter Wasser.

Der weltweite Wassermarkt hat ein Wachstum wie kaum eine andere Branche. Deshalb haben private Anbieter großes Interesse, Wasser als Handelsware zu definieren.

Die UN-Vollversammlung hat 2010 mit den Stimmen von 122 Ländern den Zugang zu sauberem Trinkwasser und zu sanitärer Grundversorgung zum Menschenrecht erklärt. 41 Länder enthielten sich, darunter USA, Kanada und 18 EU-Staaten. Da Menschenrechte nach Völkerrecht nicht einklagbar sind, ergeben sich zunächst keine rechtlichen Konsequenzen.

Nestlé ist der größte Nahrungsmittelproduzent der Welt mit Sitz in der Schweiz. Der Konzern kauft Wasserquellen überall in der Welt.

USA:
Hochwüste unterhalb der Rocky Mountains. Nestlé hat hier in einer der trockensten Gegenden Land und Wasserquellen gekauft. 675 000 Liter werden jeden Tag aus dem Boden gepumpt, in Tankwagen 120 Meilen nach Denver gefahren und abgefüllt. Für vier Liter Wasser zahlt Nestlé zwei Cent. Abgefüllt kosten die vier Liter zehn Dollar. So werden aus 200 000 Dollar jährlich an die Region 185 Millionen Dollar Gewinn.

Afrika:
Doorkloof bei Pretoria. Nestlé füllt täglich 282 000 Liter Wasser in Flaschen ab. 400 Meter weiter haben Einheimische kein Wasser, weder zum Trinken noch für die Hygiene. Die Quelle ist wie ein Hochsicherheitstrakt geschützt.

Brasilien:
Wasserpark von Sao Lourenco mit Mineralquellen. In Brasilien ist Wasser als Handelsware verboten. Ausnahme: Mineralquellen. Deshalb kauft Nestlé die Mineralquellen und entmineralisiert das Wasser. Das Geschäft mit abgefülltem Wasser ist gigantisch.

Weltbank in Washington:
Kredite an Entwicklungsländer werden an Privatisierung des Wassers gebunden. Auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos 2011 wird dazu eine Water Resources Group gegründet.

Geleitet wird diese Gruppe von:
Peter Brabeck-Letmathe, Chef von Nestlé S.A.,
Giulio Boccaletti, McKinsey & Company, eine in 52 Ländern vertretene Unternehmens- und Strategieberatung,
Michael Mack, Chef der Syngenta AG, weltweit einer der weltweit größten Konzerne im Agrargeschäft und der Biotechnologie,
Katherine Sierra, Vizepräsidentin der Weltbank,
Martin Stuchtey, McKinsey & Company,
Lars Thunell, Chef der IFC, einer Gesellschaft der Weltbankgruppe zur Verringerung der Armut in Entwicklungsländern durch Förderung des Wachstums des privaten Sektors.