2019 wird ein Jahr sein, in dem die Magdeburger täglich sehen können, wie ihre Stadt wächst. Das verspricht  der Oberbürgermeister der Landeshauptstadt, Dr. Lutz Trümper. Immerhin: Dafür steht die Rekord-Summe von 134 Millionen Euro im Haushalt allein für Investitionen bereit – so viel wie seit Jahren nicht.

Der übergroße Anteil davon fließt in Bauprojekte. Zugleich soll 2019 auch in Sachen Kultur und Bildung ein wichtiges Jahr werden. Zum einen, weil etliche Kitas, Schulen sowie Veranstaltungsgebäude zu sanieren sind, zum anderen, weil im September das Bid Book für die Bewerbung als Kulturhauptstadt Europas 2025 abgeben wird. 

Allein das Kommunale Gebäudemanagement bearbeitet knapp 50 Projekte mit einem Gesamtbudget von rund 260 Millionen Euro. Davon werden in diesem Jahr voraussichtlich etwa 75 Millionen Euro in Planung und Realisierung investiert. Besondere Leuchtturmprojekte sind zum einen die Sanierung der Stadthalle mit über 70 Millionen Euro Gesamtkosten sowie der Hyparschale mit 16,9 Millionen Euro. Zum anderen liegt der Fokus auf den Schulen, die endlich hergerichtet werden können. Nach langem Warten auf die Fördermittelbescheide können zum Beispiel vier Schulen dank des Stark-III-Förderprogramms saniert werden. Dabei geht es besonders um das Editha-Gymnasium, in dessen Aus- und Umbau allein knapp 16 Millionen Euro investiert werden. Die Arbeiten sollen bis Ende 2020 fertig sein. Zudem werden die Standorte in der Bodestraße und der Gemeinschaftsschule „Ernst Wille“ saniert.

 Neben Kultur und Bildung wird aber auch an einer Vielzahl von Sportstätten gearbeitet, wobei der Ersatzneubau der Hermann-Gieseler-Halle mit einem Volumen von elf Millionen Euro besonders wichtig ist. Die letzten Baumaßnahmen an den hochwassergeschädigten Bootshäusern bzw. deren Ersatzneubauten sollen in diesem Jahr fertig werden. Die MDCC-Arena wird mit etwa sechs Millionen Euro fit gemacht, und im Frühjahr kommt der Barleber See mit gut einer Million Euro dran. 

Das wichtigste Tiefbauprojekt in Magdeburg sind auch 2019 die Arbeiten am Tunnel am Hauptbahnhof. Hier sind inzwischen sämtliche Bahnbrücken erneuert und die Gleise 1 bis 5 können im Mai wieder befahren werden. Im Sommer sollen die Tunneldecke Nord und die daran anschließende Tunneleinfahrt in Richtung Stadtfeld fertig sein. Bereits ab dem Frühjahr soll von der Westseite (Damaschkeplatz) aus der Tunnel ausgehoben werden. Die beiden Tunnelportale sind bereits hergestellt. 

Beim zweiten großen Infrastrukturprojekt der Landeshauptstadt warten die Verantwortlichen weiter auf ein Urteil des Oberlandesgerichts Düsseldorf. Ein Unternehmen, das sich bei der Ausschreibung für die Hauptbauleistung beim Ersatzneubau Strombrückenzug über die Alte Elbe und Zollelbe benachteiligt  sah, hat gegen die Vergabe geklagt. Wenn das Urteil rechtskräftig ist, so hoffen die Verantwortlichen, kann ab Ende des Jahres mit dem Bau begonnen werden. 

Zudem führt das städtische Tiefbauamt die Arbeiten zur Reparatur  der Anna-Ebert-Brücke fort und beendet den Ersatzneubau der Ufermauer am Kleinen Stadtmarsch. 

In Sachen Hochwassernachsorge sollen in Ostelbien das geplante Schöpfwerk und das Steingrabensiel errichtet werden. Dafür wartet das Umweltamt auf eine kurzfristige Klärung noch offener rechtlicher Fragen, damit dann EU-weit ausgeschrieben werden kann. Nach derzeitigem Stand könnte die Investition in Höhe von rund 4,5 Millionen Euro ab dem 3. Quartal 2019 begonnen werden.

Eine der größten Ansiedlungen in diesem Jahr wird das REWE-Logistikzentrum sein. Dafür werden die Vorarbeiten zum Bau im Industrie- und Logistikcentrum Rothensee (ILC), dem größten Industriegebiet Magdeburgs und zugleich eines der größten Logistikzentren Sachsen-Anhalts, weiter vorangetrieben. Spätestens im 2. Quartal wird der österreichische Leuchten-Hersteller Eglo den ersten Spatenstich für das neue Großlogistikcentrum im ILC Rothensee setzen. Im neuen Hochregallager des Unternehmens werden auf 9000 Quadratmetern und 40 Meter Höhe knapp 67 000 Palettenplätze und im Endausbau des Zentrums ca. 100 Arbeitsplätze entstehen. Nach der geplanten Inbetriebnahme im Juni 2020 sollen Kunden in Deutschland, Skandinavien und Polen mit den Leuchten und Lampen des Unternehmens versorgt werden.

 Im September veranstalten das Wirtschafts- und das Baudezernat zum vierten Mal das Immobilienforum „Ausblick“ – eine Plattform, bei der finanzkräftige Investoren, Projektentwickler, Bauträger und andere Vertreter der Immobilienwirtschaft auf verschiedene brachliegende Flächen im Stadtgebiet Magdeburgs aufmerksam gemacht und mit den jeweiligen Eigentümern in Kontakt gebracht werden. Im Oktober zeigt die Landeshauptstadt wieder Flagge auf der Expo Real, einer der größten Fachmessen für Immobilien und Investitionen in Europa. 

Das Bauhaus-Jubiläum wird mit seiner lokalen Ausprägung eine große Rolle in diesem Jahr spielen und mit etlichen Veranstaltungen gewürdigt. Denn wie keine andere deutsche Großstadt hat sich Magdeburg nach dem Ersten Weltkrieg als Reformstadt der Moderne neu erfunden. Die Vortragsreihe „Magdeburger Moderne der 1920er Jahre“ – ab Februar gemeinsam veranstaltet von der Stadtbibliothek, dem Stadtarchiv und dem Kulturhistorischen Museum – begleitet in neun Veranstaltungen den Beginn dieser spannenden Epoche und zugleich die Sonderausstellung „Reformstadt der Moderne. Magdeburg in den Zwanzigern“ im Kulturhistorischen Museum und das wissenschaftliche Kolloquium „Die Ära Beims in Magdeburg. Ein Oberbürgermeister als Wegbereiter der Moderne“. 

Auch das Puppentheater Magdeburg rückt das Bauhaus-Jubiläum in den Mittelpunkt einiger herausragender Veranstaltungen. So stehen die 7. KinderKulturTage Ende Juni unter dem Motto „(T)Raumwelten“ und beschäftigen sich mit der zentralen Frage „Wie lassen sich Räume so gestalten, dass alle Menschen am gemeinsamen Leben teilhaben können?“ (Walter Gropius). Zudem lädt die Figurenspielsammlung in der „villa p.“ ab 26. September zu einer Sonderausstellung mit dem Titel „Achten sie auf die Figur“ ein. Gezeigt wird, wie nachhaltig in den Zwanziger Jahren die revolutionären Konzepte des „Neuen Menschen“ das Puppentheater veränderte und wie das Puppentheater zum Vermittler dieser neuen Gedanken wurde. In Zusammenarbeit mit dem „Paul-Klee-Zentrum“ in Bern und der Klee-Nachlassverwaltung werden u.a. Arbeiten Paul Klees für das Puppentheater gezeigt.

 Das Theater Magdeburg wartet bis zum Spielzeitende noch mit vier Uraufführungen und drei Premieren auf. Darunter sind „Die wahre Geschichte von King Kong“ in Kooperation mit dem Puppentheater und „Karl und Rosa. Für Geister Eintritt frei“, ein Schauspiel, das anlässlich des 100. Todestags von Rosa Luxemburg in Auftrag gegeben wurde. Höhepunkt im Frühsommer ist dann wie immer das DomplatzOpenAir, bei dem vom 14. Juni an das Musical „Chicago“ aufgeführt wird.