Elizabeth Llewellyn als „Tosca“. Foto: Theater Magdeburg/Nilz Böhme

Elizabeth Llewellyn als „Tosca“.
Foto: Theater Magdeburg/Nilz Böhme

Eine außergewöhnliche Inszenierung der Puccini-Oper „Tosca“ wurde am Magdeburger Opernhaus mit nicht enden wollendem Applaus gefeiert. Nach zehn Jahren steht dieses Werk wieder auf dem Spielplan und dürfte ein Echo weit über die Landesgrenzen hinaus finden.

 

Das Libretto zur Oper „Tosca“ von Giacomo Puccini hätte auch das Zeug zu einem großen Fernsehkrimi. Zwei Morde und zwei Selbstmorde, brutale Verhöre und Folterung, viel Blut, Menschenverachtung und tödlicher Betrug. Mehr geht kaum, wenn da nicht die unvergleichliche Puccini-Musik wäre, die diesen Stoff zu einem grandiosen Musikdrama macht.

Kommen dann noch Protagonisten, wie die international gefeierte britische Sopranistin Elizabeth Llewellyn hinzu, die der Tosca nicht nur ihre warme, ungeheuer nuancenreiche Stimme gab, sondern auch die ganze Ambivalenz einer großartigen Diva zwischen besitzergreifender Eifersucht, tiefer Liebe und großer Menschlichkeit, oder ein so strahlender Tenor, wie der Australier Paul O’Neill, der schon in seiner Eröffnungsarie als Maler Cavaradossi die Zuschauer zu Szenenapplaus hinriss; gar nicht zu reden vom wuchtigen Scarpia, dem der Bariton Sangmin Lee aus Südkorea im steten Wechsel der Gefühle aus List und Verschlagenheit, Brutalität, sexuellem Verlangen und narzisstischem Begehren der schönen Diva eine Gestalt zum Fürchten verlieh.

 

Das Zusammenspiel dieser Drei, die sich offenbar gegenseitig zu außergewöhnlichen gesanglichen Höchstleistungen motivierten, beflügelte ebenso die Magdeburgische Philharmonie mit Kimbo Ishii am Pult.

Zusammen mit einem phantastischen Bühnenbild, das insbesondere durch seine genau auf das Geschehen abgestimmte Minimalistik um so überzeugender und eindrucksvoller wirkte (Bühne und Kostüme Ulrich Schulz) und einem, wie immer hervorragend von Martin Wagner eingestellten Chor, zu dem sich die Magdeburger Singakademie und der Opernkinderchor des Konservatoriums „Georg Philipp Telemann“ zugesellten sowie einer höchst dramaturgisch geschickten Regie von Generalintendantin Karen Stone ist eine Inszenierung am Magdeburger Theater entstanden, wie sie in den großen Häusern europäischer Hauptstädte nicht besser hätte sein können. Und das in einem Stadttheater in Magdeburg. Man kann diese Leistung des gesamten Ensembles gar nicht hoch genug bewerten.

 

Diese „Tosca“ wird in die Theatergeschichte des Magdeburger Opernhauses eingehen, vielleicht sogar noch mehr.