Die Gunz Warenhandels GmbH mit Sitz im österreichischen Mäder wird in Magdeburg ein Distributionszentrum für Lebensmittel errichten. Das familiengeführte Unternehmen investiert im Gewerbegebiet Magdeburg-Rothensee rund 17 Millionen Euro und schafft mehr als 100 Arbeitsplätze. Aus dem neuen Logistikzentrum sollen Kunden in Deutschland, Nordeuropa sowie den Benelux-Staaten beliefert werden.

 


Die Brüder Helmut und Werner Gunz aus Mäder in Österreich führen seit  den 1980er Jahren ein Familienunternehmen, das in ganz Europa und auch in Übersee agiert. Dabei lassen sie von 180 Unternehmen der Ernährungswirtschaft unter ihren Markennamen Lebens- und Genussmittel ganz unterschiedlicher Art produzieren, um sie dann an ihre Kunden weiter zu verkaufen. 25 eigene Marken haben sie international schützen lassen und erzielen damit einen Umsatz von 67 Millionen Euro.

Zudem will das Unternehmen über den Hafen Magdeburg den gesamten Übersee-Export im Containergeschäft abwickeln. Die wichtigsten Überseemärkte sind derzeit Kanada, Israel und Australien. In den USA unterhält Gunz seit kurzem eine eigene Vertriebsniederlassung.

In Magdeburg etablieren die Brüder Gunz nun ihre bisher größte Investition mit dem Logistikzentrum. Ausschlaggebend dafür war die zentrale Lage als Kreuzungspunkt wichtiger Autobahnen, Wasserstraßen und einem leistungsfähigen Hafen. Da der Überseeexport über Hamburg abgewickelt wird, ist der Umschlagspunkt Hafen Magdeburg als Rückraum wichtig. Hinzu kommt, dass in Magdeburg-Rothensee bereits zahlreiche Speditionen und Logistikunternehmen ihren Sitz haben. Darunter auch die, mit denen die Österreicher ihr Deutschlandgeschäft vor allem abwickeln.

Dies unterstrichen die Geschäftsführer Helmut und Werner Gunz: „Das neue Distributionszentrum ist die bislang größte Investition unseres Unternehmens. Mit unserem neuen Lager wollen wir näher zu unseren Kunden und Lieferanten. Dies bedeutet gegenüber heute eine große Einsparung an LKW-Fahrten, dazu können wir die Lieferzeiten für unsere Kunden in Ost- bzw. Norddeutschland künftig auf  24 Stunden reduzieren. Für Magdeburg sprach insbesondere der Hansehafen, der sich als größter Binnenhafen Ostdeutschlands zunehmend als Hinterlanddrehscheibe der deutschen Seehäfen etabliert. Besonders wichtig ist uns dabei der Wasserverkehrsweg nach Hamburg.“

Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Haseloff war vor allem wichtig, dass es sich um die erste größere Investition seit der Wirtschaftskrise handelt und wertete dies als ein Signal für den Aufschwung. Außerdem konnte er vermerken, dass mit den Brüdern Gunz der 52. Investor aus dem Alpenland in Sachsen-Anhalt investiert, was aus seiner Sicht für die Attraktivität des Bundeslandes bei der wirtschaftlichen Zusammenarbeit spricht.

Das neue Logistikzentrum mit Verpackungs- und Etikettierungsstraßen, Verwaltung und Sozialräumen wird in einer 135 mal 114 Meter großen und 16 Meter hohen Halle errichtet. Diese bietet 22.500 Paletten-Stellplätze und soll über 26 Verladerampen verfügen. Die Gunz Warenhandels GmbH wurde 1986 gegründet und beschäftigt derzeit rund 120 Mitarbeiter. Kerngeschäft ist der internationale Handel mit Lebensmitteln. So werden rund 5.000 Kunden, darunter Tankstellen, Kioske, Baumärkte, Möbelhäuser sowie lokale Großhändler und Supermarktketten in rund 45 Ländern mit einem Sortiment von etwa 1.300 Artikeln aus Eigen- und Fremdmarken beliefert.