Die Archäologen staunten nicht schlecht, als sie im Jahr 2000 in Oberschwaben ein Hügelgrab unweit einer ehemaligen Keltensiedlung ausgruben.

Ganz so appetitlich sah es wohl nicht aus - das keltische Urzeitbier. Mit leichtem Minzgeschmack und gesüßt mit Echtem Mädesüß hatte das Gesöff nach einem 2500 Jahre alten Rezept aber immerhin mehr als acht Prozent Alkohol. Na dann: Prost! Foto: dpa

Ganz so appetitlich sah es wohl nicht aus – das keltische Urzeitbier. Mit leichtem Minzgeschmack und gesüßt mit Echtem Mädesüß hatte das Gesöff nach einem 2500 Jahre alten Rezept aber immerhin mehr als acht Prozent Alkohol. Na dann: Prost!
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Neben Bestattungsbeigaben wie einem Schwert, zwei Speeren und einem geschmückten Helm, die auf das Jahr 450 nach Christus datiert wurden, fand man am Fuße des Grabs einen eingewickelten Bronzekessel mit einem Fassungsvermögen von 14 Litern. Die Archäologen vermuteten, dass dieser Kessel ein alkoholisches Getränk beinhaltete – der begrabene Krieger sollte wohl im Jenseits einer Gefolgschaft den Alkohol anbieten, um wieder als Mitglied der dortigen Elite antreten zu können.

Die Ausgrabungsleiterin Bettina Arnold, Professorin der Universität Wisconsin in Milwaukee, stellte sich nun die Frage, was für ein Getränk dies gewesen sein mag. 2016 konnte sie mit Hilfe eines Archäobotanikers der Landesdenkmalpflege Baden-Württemberg das Rätsel um den Kessel und seinen Inhalt lösen: Sie fanden Pollenüberreste von Minze und Echtem Mädesüß, einem Rosengewächs, das früher zum Würzen von alkoholischen Getränken genutzt wurde. Mit den gesammelten Indizien versuchte die Archäologin Arnold zusammen mit der Lakefront Brewery in Milwaukee das Bier aus der Eisenzeit nachzubrauen. Das Ergebnis ist ein Getränk mit 8,2 Prozent Alkohol und einem sehr trockenen, aber minzigen Geschmack – Überlegungen bestehen nun, das Bier in Zukunft nach seinem 2500 Jahre alten Rezept zu vermarkten.