Bei dieser Ausarbeitung handelt es sich um ein neues verfahren des Schweizer Börsenspezialisten Wolfram Polensky, wie man langfristig an der Börse kein Geld verliert, sondern über einen Hebel aus Verlusten Gewinne macht.

Das Aussitzen des Verlustes (Warten)
Die Aktien-Indizes schwanken langfristig um eine stetig ansteigende Rendite. Zum Beispiel beim amerikanischen DJI (Dow Jones) liegt die durchschnittliche Steigerungsrate in den letzten 120 Jahren bei 7% pro Jahr. Beim DAX sind es längstens 10 Jahre, die man in den letzten 60 Jahren warten musste, bis aus einem Verlust wieder ein Gewinn wurde.
Resultat: Das Aussitzen ist eine erfolgreiche Methode, aber sie kann lange dauern.

Der Cost Average Effekt (Kauf zu Durchschnittskosten)
Beim Cost Average Verfahren wird jeden Monat der gleiche Betrag im gleichen Investment angelegt. Fallen die Kurse, erhöht sich die gekaufte Stückzahl, und die Durchschnittskosten pro Stück reduzieren sich. Der Investor profitiert von fallenden Kursen.
Nachteil der Methode: Steigen die Kurse, verringert sich die gekaufte Stückzahl und die
Durchschnittskosten pro Stück vergrößern sich. Steigende Perioden sind in der Regel länger als fallende. Da immer nur in ein Produkt investiert wird, fehlt die nötige Diversifikation.
Resultat: Beim Cost Average Verfahren überwiegen die Nachteile.

Die Polensky Methode 1 ©PM1, der gezielte Nachkauf (Reduzieren des Preises)
Bei der ©PM1 wird nur in ETF-Indexaktien investiert. ETF-Indexaktien sind Sachwerte, die die Eigenschaft haben, dass der Wert langfristig um einen steigenden Mittelwert schwankt.
Große Schwankungen bedeuten hohes Risiko, aber auch hohe Rendite. Hier setzt die ©PM1
an. Die Schwankungen werden in 3 Gruppen gegliedert und differenziert behandelt.

Gruppe 1: Kurzfristig sehr schnell steigende Kurse. Wenn die Rendite innerhalb von 1 bis 3 Monaten die durchschnittliche Jahresrendite der Vergangenheit erreicht hat, dann wird verkauft.
Gruppe 2: Steigende Kurse. Die ETF bleiben im Bestand und werden erst Verkauft, wenn der KGV Wert grösser als der doppelte Wert des langjährigen Durchschnitts ist (im Durchschnitt beim KGV größer 30)
Gruppe 3: Fallende Kurse. Zur Absicherung wird beim Kauf ein Stopp gesetzt. Beim Erreichen des Stopps wird aber der ETF nicht verkauft, sondern nach den ©PM Regeln gezielt nachgekauft.

Grundsätzliches zum Nachkauf.
Im Gegensatz zu Verbrauchsgütern, die jeder möglichst billig kauft, sind Sachvermögen am meisten gefragt, wenn sie besonders teuer sind. Das ist paradox, aber es ist so, da bei Höchstständen fast jeder ein Gewinner ist und das auch verkündet, und bei Tiefstständen fast jeder ein Verlierer ist und das auch verkündet wird.
Nutzen wir das Rationale und folgen dem Leitspruch erfolgreicher Unternehmer „Im Einkauf liegt der Gewinn“ und kaufen die ETF, wenn sie billig sind.
Billig sind ETF, wenn ihr Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) (s. Kapitel 8) unter dem langjährigen Durchschnitt von 15 liegt. Da wir beim Kauf eines billigen ETF nicht wissen, wie tief er noch fallen kann, freuen wir uns, wenn der Kurs fällt, denn dann können wir den ETF noch billiger nachkaufen und damit den durchschnittlichen Kaufpreis reduzieren. Mit den ©PM Nachkaufsregeln können wir den Gewinn umso mehr steigern, je tiefer der Kurs fällt. Natürlich nur, wenn er anschließend wieder steigt, was dadurch sichergestellt ist, dass wir unterhalb des KGV-Mittelwertes einsteigen, um den der Wert langfristig schwankt.

Die ©PM1 Nachkaufregel: Nachdem der Kurs um 30% unter den Einstandswert gefallen ist
– und nur dann- wird für den gleichen Betrag (also mit größerer Stückzahl) der gleiche ETF nachgekauft. Dies wiederholt sich nach dem der Kurs um jeweils weitere 5% (bezogen auf den ersten Kaufkurs) gefallen bzw. der Verlust um weitere 5% gestiegen ist (s. Anhang 1).
Warum bei 30%? Setzen wir den Nachkaufstopp unter 30%, dann wird der generierte Wachstumshebel zu klein und setzen wir den Nachkaufstopp über 30%, dann wird der durchschnittliche Verlust vor dem Nachkauf in Baisse Phasen zu hoch.

Die Nachkaufformel.
Durch Nachkauf des ETF wird der durchschnittliche Einkaufspreis bei fallenden Kursen reduziert, und es entsteht ein innerer Wachstumshebel Hq. Der Wachstumshebel Hq ist der erste Kaufkurs K0 dividiert durch den Durchschnittspreis Kd aller Käufe. Die Berechnungen und deren Ableitung sind in Kapitel 11(der innere Hebel) dargestellt.
Die Wachstumshebelgleichung lautet:
Qa = Hq * Q
Der Wachstumsfaktor des Anlegers Qa ist die Rendite des Anlegers Ra plus eins. Qa= 1 + Ra.
Der Wachstumsfaktor des Produktes Q ist die Rendite des Produktes R plus eins. Q = 1 + R.
Damit wird die Rendite des Anlegers durch gezielten Nachkauf:
Ra = Hq * R + (Hq – 1)
Hier liegt der wesentliche Unterschied zur Rendite aller Kapitalhebelprodukte (s. Kapitel 13).
Die Kapital-Hebelgleichung lautet: Ra = H * R – (H * A) mit A = Aufgeld für das geborgte Kapital.

Beispiel: Hebel = 2 , Produktrendite R = 20% und Aufgeld A= 3%
a.) Kapitalhebel: Die Rendite des Anlegers ist: Ra = 2*0,2 – (2*0,03) = 0,34 = 34%
b.) Wachstumshebel: Die Rendite des Anlegers ist: Ra = 2*0,2 + (2 – 1) = 1,4 = 140%

Der durch Nachkauf generierte Wachstumshebel Hq wirkt doppelt. Bei fallenden Kursen wird der Verlust des Anlegers durch Nachkauf um den Faktor des Wachstumshebels Hq verringert.
Bei wieder steigenden Kursen wird der Gewinn des Anlegers überproportional um den Faktor des Wachstumshebels Hq vergrößert.
Der Wachstumshebel Hq ist der Wachstumsfaktor des Anlegers Qa, wenn der Verlust des Basiswertes ausgeglichen ist. R = 0, Q = 1
Der reziproke Wert des Wachstumshebels 1/Hq ist der Erhaltfaktor Qe = (1-Verlust) des Basiswertes, wenn der durch Nachkauf reduzierte Verlust ausgeglichen ist. Ra = 0, Qa =1

Um zu sehen, ob sich der gezielte ©PM1 Nachkauf lohnt, haben wir am Beispiel des
DAX Index für den Zeitraum vom 07.03.2000 bis zum 30.11.2011 folgende Untersuchung durchgeführt: An jedem der 2989 Börsentage werden für einen Betrag von 1000,00 € Dax-ETF gekauft und jeweils bei einem Unterschreiten des Verlustes wird nach der ©PM1 Nachkaufregel für den gleichen Betrag nachgekauft. (s. Anhang 6)

Ergebnis: Bei 50% aller Käufe wird durchschnittlich 4,8mal nachgekauft. Der Durchschnitt des Wachstumshebels aller Nachkäufe liegt bei Hq = 1,55. Die durchschnittliche Rendite dieser Werte liegt bei 2% ohne Nachkauf und bei 57% mit Nachkauf. Damit ist die Vervielfachung des jeweiligen Einsatzvermögens mit Nachkauf um das 1,55fache höher als bei der Einmalanlage ohne Nachkauf. Die durchschnittliche Investitionsdauer betrug 7 Jahre.
Vergleichen wir das Setzen eines Stopps bei einem Verlust von 30% mit dem gezielten ©PM1 Nachkauf beginnend bei einem Verlust von 30%, dann ist die Rendite bei 50% aller Käufe im Durchschnitt um 124% höher, als der Verlust durch Setzen eines Stopps.

Bei 44% aller Käufe, die nicht nachgekauft wurden, da der Verlust während der Laufzeit nicht unter 30% gefallen war, und die im Gewinn liegen, beträgt die durchschnittliche Rendite 47% bei durchschnittlich 5,3 Jahren Investitionsdauer.

Bei 6% aller Käufe, die nicht nachgekauft wurden, da der Verlust während der Laufzeit nicht unter 30% gefallen war, und die im Verlust liegen, beträgt der durchschnittliche Verlust 8%. Die durchschnittliche Investitionsdauer betrug 1 Jahr.Bei dieser kurzen Investitionsdauer konnte noch kein Verlustausgleich durch Nachkauf erfolgen.

Resultat: Bei keiner der täglichen Investitionen, die länger als ein Jahr dauerten gab es einen Verlust, obwohl der DAX in diesem Zeitraum einmal 68% und ein zweites mal 52% verlor.
Der ©PM Nachkauf vermeidet Verluste und schafft hohe Überrenditen!