Seit vielen Jahrzehnten ist man gewohnt, wie eine Heizung funktioniert. War es einst Kohle, die verbrannt wurde, um Wärme zu erzeugen, so kam dann später anstelle von Kohle Erdöl und Erdgas. Am Prinzip hat sich allerdings nichts geändert. Es wurde ein Energieträger verbrannt, die Abwärme über den Schornstein zusammen mit den Verbrennungsgasen abgeleitet, die Verbrennungswärme heizte das Haus.

Das muss aber so nicht sein, weiß man schon seit geraumer Zeit, und entwickelte verschiedene Verfahren, um die im Energieträger gespeicherte Energie nicht nur in Wärme sondern auch in elektrischen Strom umzuwandeln, da die elektrische Energie die höherwertige Energieform ist.

Bei der Kraft-Wärme-Kopplung wird mit der Verbrennung ein Gasmotor angetrieben, der wiederum über einen Generator Strom erzeugt und die entstehende Wärme aus der Verbrennung und der Motorkühlung zum Heizen oder für Warmwasser nutzt. Wird mehr Strom erzeugt, als der Betreiber der Anlage verbraucht, kann dieser Strom zusätzlich noch Gewinn bringend ins Netz eingespeist werden. Heizen und Strom erzeugen gleichzeitig – das spart erheblich.
Ein gewichtiger Nachteil solcher Anlagen bisher war aber, dass sie sehr groß und kompakt waren, als Blockkraftheizwerke sich nur für Großabnehmer eigneten.

Und genau an dieser Stelle kommt die Firma Intelli production aus Barleben bei Magdeburg ins Spiel. Seit vielen Jahren tüftelt man hier, wie die einzelnen Komponenten Gasmotor und Generator so klein und kompakt kombiniert und „verpackt“ werden können, dass sie sich auch für Einfamilienhäuser eignen.

In diesen Tagen stellten sie das Intelli-Heimkraftwerk der Öffentlichkeit vor und landeten damit einen Paukenschlag in der Fachwelt. Hier ist schon lange bekannt, dass in der dezentralen Energieversorgung kleiner Einheiten die Zukunft liegt. Aber mit der Umsetzung einer so kleinen und (intelli)genten Lösung tat man sich schwer, ganz zu schweigen von einem Wirkungsgrad über 90 Prozent. Das künftige Serienmodell 75 mal 75 Zentimeter in Länge und Breite bei einer Höhe von einem Meter passt in jeden Keller oder Hauswirtschaftsraum. Es wird voraussichtlich etwa 12 000 Euro kosten und kann die Ausgaben für Energie um bis zu 50 Prozent drücken.

Die intelli-Gruppe galt bisher vor allem als Zulieferer für den Automobilbau. Das Mini-Heizwerk ist das erste eigene Komplettprodukt. Sechs Jahre lang tüftelten die Experten an der Anlage und investierten 6,4 Millionen Euro in die Entwicklung.
Anfang des nächsten Jahres soll in Barleben mit dem Bau der Produktionsstätte begonnen werden. Und bereits Ende 2011 sollen die ersten Anlagen vom Band laufen. Derzeit hat die intelli-Gruppe 53 Mitarbeiter. Im Jahr 2012 will das innovative Unternehmen 700 Mikrokraftwerke produzieren.