Ein Buch und eine Langspielplatte (r) in der Ausstellung „The Complete Metropolis“ in Berlin mit Originaldokumenten zu Fritz Langs Stummfilm-Klassiker.
Foto: Robert Schlesinger/dpa

„Sachliches Thema grausam verkitscht“, „albernster Film überhaupt“ – die zeitgenössischen Rezipienten sahen den Fritz Langs Film Metropolis, der 1927 in die Kinos kam, als einen gigantischen Flopp an. Der Film, der mit seinen immensen Kosten die Hälfte des jährlichen Produktionsbudgets der UFA verschlungen hatte, spielte nur einen Bruchteil wieder ein und brachte die UFA an den Rand des Ruins. Im Gegensatz dazu sieht die Nachwelt Langs Film mit seinen visionären Ideen und der aufwendigen Produktion als ein Meisterwerk der deutschen Filmgeschichte.

Dennoch fiel der avantgardistische Film aus seiner Zeit: 1927 kürzte die amerikanische Filmproduktionsgesellschaft Paramount Metropolis ohne Zutun Langs um ein Drittel und veränderte die Reihenfolge der Szenen; man war der Auffassung, die wirre Handlung verschrecke das amerikanische Publikum. Weitere stark gekürzte Versionen und die Vernichtung des Originalmaterials ließen die Rekonstruktion des ursprünglichen Films unmöglich erscheinen.

Eine erste ansatzweise restaurierte Fassung wurde in den 70ger Jahren in der DDR erarbeitet. Weitere 30 Jahre benötigte die weltweite Detektivarbeit von Filmhistorikern, bis 2001 in München eine Fassung erstellt wurde, die trotz vieler Lücken die ursprüngliche Szenenfolge beinhaltete. Doch den entscheidenden Aufschluss bot eine fast vollständige Auslandsversion, die 2008 in einem Filmmuseum in Buenos Aires gefunden wurde. Seit 2010 kann man dieses Meisterwerk als weitgehend restaurierte Fassung bestaunen – es fehlen lediglich acht Minuten, die mit Zwischentexten ergänzt wurden.