Grüner Wasserstoff und biegsame Solarmodule

Unternehmen und Wissenschaftseinrichtungen aus Sachsen-Anhalt  präsentierten auf der Intersolar Europe 2017 in München innovative Produkte und Dienstleistungen für die nachhaltige Energiegewinnung und Energieversorgung, um ihre Geschäftschancen auf neuen Märkten zu erweitern.

Auf einem von der Investitions- und Marketinggesellschaft Sachsen-Anhalt (IMG) organisierten Gemeinschaftstand setzten sie vor allem auf Forschung und Entwicklung für verbraucherorientierte Produkte sowie dezentrale Lösungen, die verschiedene regenerative Energiequellen, Speichertechnologien sowie intelligente Steuerungstechnik verknüpften. Die KMU aus Sachsen-Anhalt profitieren dabei nicht nur von einer engen Vernetzung innerhalb der Branche, sondern auch von der Forschungslandschaft mit insgesamt rund zehn branchenspezifischen Hochschul- und Forschungseinrichtungen.

Für den Technologievorsprung der kleinen und mittelständischen Unternehmen in Sachsen-Anhalt steht beispielsweise die Silicon Products Bitterfeld GmbH & Co. KG, die im Chemiepark Bitterfeld-Wolfen eine chemisch-thermische Produktionsanlage zur Herstellung von Silizium und verwandten Produkten aus Chlorsilanen betreibt. Das Unternehmen ist spezialisiert auf die Produktion von Silizium für die Photovoltaik und von Silizium-verwandten Produkten. Forschung und Entwicklung, unter anderem auf dem Gebiet des Siemensprozesses zur Produktion von kostengünstigem und hochreinem Silizium, sind ein wesentliches Alleinstellungsmerkmal des Unternehmens. Mit seinen 90 Mitarbeitern hat sich die Silicon Products Bitterfeld GmbH &Co.KG weltweit einen Namen gemacht. Überschüssigen grünen Strom zur Herstellung von speicherbarem Wasserstoff zu verwenden, daran arbeitet das Projekt Hydrogen Power Storage & Solutions East Germany, kurz HYPOS, ein Netzwerk von Unternehmen aus Energiewirtschaft, Chemie und Anlagenbau sowie Hochschulen und Forschungseinrichtungen mit Sitz in Halle(Saale). Das Ziel: Unabhängiger werden vom Erdöl und anderen fossilen Energieträgern. Das chemische Verfahren ist nicht neu, es wirtschaftlich und sicher zu machen, daran arbeitet HYPOS mit inzwischen 114 Mitgliedern, darunter Siemens, die Linde AG, der Gasnetzbetreiber VNG oder der Elektrolysegerätehersteller Kumatec. Der grüne Wasserstoff soll einerseits als Energiespeicher dienen, andererseits ist er transportabel. Über bereits bestehende Pipelines kann er zu einer Vielzahl an Abnehmern gelangen, zum Beispiel in die heute noch erdölbasierten Systeme der chemischen Industrie. Dort soll er als Basischemikalie genutzt werden für die Herstellung von Kunststoffen, Treibstoffen oder Vorprodukten für die kosmetische Industrie.

Zu den weiteren Ausstellern am Gemeinschaftsstand Sachsen-Anhalt gehörte beispielsweise auch die Calyxo GmbH. Mit dem Dünnschicht-Solarmodulen CX3pro führte das Unternehmen kürzlich eine neue Produktgeneration ihrer CX3-Serie auf dem Markt ein. Bei den neuen Solarmodulen liegen die energetischen Amortisationszeiten unter denen von poly- und monokristallinen Herstellern.
Über den Gemeinschaftsstand des Landes hinaus präsentierten sich zahlreiche weitere Unternehmen und Institutionen aus Sachsen-Anhalt auf der Intersolar Europe 2017 und der gleichzeitig stattfindenden ees Europe in München.

Dazu gehört auch das Fraunhofer-Center für Siliziumphotovoltaik CSP in Halle(Saale), das als Partner der Unternehmen auf der Intersolar dabei ist. Im Rahmen seiner angewandten Forschung arbeitet das CSP mit am Projekt Carbone Concrete Composite C3, dem derzeit größten Forschungsprojekt im deutschen Bauwesen. Ziel der Forschung am CSP Halle ist es, den neuartigen Beton optimal mit der Gewinnung von Sonnenstrom zu kombinieren. Drei mögliche Wege der Kombination hat das interdisziplinäre Team erforscht. Bei der ersten Variante werden die Solarmodule direkt in Betonbauteile mit entsprechenden Aussparungen eingegossen, so dass sie sich ohne Kanten in die Fassade einfügen. Die zweite Möglichkeit besteht darin Solarmodule auf Betonplatten zu laminieren oder zu kleben. Als dritte Option können die Solarmodule mit Druckknöpfen oder Schraubverbindungen angebracht werden. Eine wichtige Erkenntnis haben die Forscher bereits gewonnen: Der Stromertrag steigt, wenn die Fassaden nicht plan sind. Wenn Häuserwände künftig zu kleinen Solarkraftwerken werden, könnten also kleinere und biegbare Solarmodule der Schlüssel sein, um solche Lösungen zu marktfähigen Preisen anzubieten. Bis 2020 sollen die Voraussetzzungen geschaffen werden um die völlig neue Carbon-Betonweise zu etablieren.

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