Blick ins Gehirn mit Folgen

Die Magnetresonanztomographie (MRT) liefert Schnittbilder des Gehirns. Ärzte setzen sie im medizinischen Alltag ein, um krankhafte Veränderungen zu erkennen. Forscher verwenden eine Variante der Methode – die funktionelle MRT (fMRT) –, um die Hirnareale sichtbar zu machen, die im Moment der Aufnahme aktiviert sind.

Ein Team um Professor Simon Eickhoff, Direktor am Jülicher Institut für Neurowissenschaften und Medizin, wertet MRT- und fMRT-Hirnscans oft Hunderter von Menschen auf sehr spezielle Weise aus: Es trainiert Computer darin, aus den Bilddaten die Aktivitätsmuster in funktionellen Netzwerken des Gehirns auszulesen. So möchte Simon Eickhoff einmal beurteilen können, inwieweit die Aktivitätsmuster von Menschen individuell verändert sind, die an Depressionen, Schizophrenie oder Morbus Parkinson erkrankt sind. Er hofft, dass sich dann aufgrund dieser Information der weitere Verlauf der Krankheit beim Betroffenen vorhersagen lässt.

Doch es gibt auch Anwendungsmöglichkeiten, die für die Gesellschaft gefährlich sind. Sollte man oder sollte man nicht? Hier eine der Antworten des Professors.

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Prof. Simon Eickhoff: Diese Befürchtungen sind auf jeden Fall erst zu nehmen. In Gesundheitssystemen, gerade im US-amerikanischen, gibt es jetzt schon Überlegungen von Versicherungsunternehmen, Hirnscan-Daten auszuwerten. Sie wollen das Erkrankungsrisiko einzelner Menschen berechnen, und man muss sehr optimistisch sein, um nicht zu befürchten, dass dies mit dem Ziel passiert, diese Fälle vorausschauend auszuschließen.

Oder man denke an das „Social Credit System“, das in China bereits erprobt wird: Der Staat bewertet das Verhalten der Bürger mit Hilfe Künstlicher Intelligenz.

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