Bernsteinsäure aus Biomasse

Noch ist es ein Rohbau, ein schlichter Betonquader mit der Werksnummer 3668. Doch hinter dem Gebäude, für das am Chemiestandort Leuna Richtfest gefeiert wurde, steht eine Innovation – wie bei solchen Anlässen immer gern betont wird.
In dem Komplex wird die ThyssenKrupp Uhde GmbH ein Forschungslabor beziehen. Untersucht werden dann Verfahren zur Herstellung von Milch- und Bernsteinsäure aus Biomasse. Die Säuren sind wichtige Basisstoffe zur Produktion etwa von Kunststoffen. Gleich nebenan entsteht für 15 Millionen Euro die dazu passende Pilotanlage.
Dafür ziehen die Forscher von Leipzig nach Leuna um. Betrieben wird das Labor von der BioChem GmbH. Die 18 Mitarbeiter, die für den Betrieb benötigt werden, sind alle über die Arbeitsagentur in Merseburg vermittelt und bei der Bildungsakademie Leuna geschult worden.
Die Pilotanlage selbst soll jährlich rund 1 000 Tonnen Milch- und Bernsteinsäure produzieren. Dabei setzen die Forscher von Uhde auf neue Verfahren. So wird bei der Milchsäure als Ausgangsstoff zwar auch Zucker verwendet, allerdings bleibt neben der Säure als Abprodukt statt Gips Ammoniumsulfat übrig – Düngemittel. Auch die Bernsteinsäure wird aus Biomasse gewonnen. Bisher setzt die Industrie dafür noch auf Erdöl oder Erdgas – die teurer werden. In dem Prozess werden spezielle Bakterien genutzt, die aus den USA geliefert werden.
Nun gehe es darum, mit der Pilotanlage den Nachweis zu erbringen, dass sich das Verfahren im großen Maßstab rentiert – und zuverlässig ist.

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