Ob ein rosa Tintenfisch oder ein blaues U-Boot – Kinder haben eine Idee für ihr Lieblingsspielzeug und drucken es sich umgehend aus. Nicht auf Papier, sondern aus Plastik, zum Anfassen. Zukunftsvisionen? Nein. Dank 3D-Druckern und der Firma tinkerToys ist das schon heute Realität.

Fantasie kennt keine Grenzen, schon gar nicht die von Kindern. Erwachsene stauen oft, welche „Welten“ Kinder erschaffen können. Aus diesem Grunde ist auch Spielzeug, mit dem die Kinder aus einfachen Grundbausteinen ihre „Welten“ erbauen können, sehr beliebt. Doch bisher wurde vieles von den Spielzeugen auf dem Markt von Erwachsenen für Kinder entwickelt. Kaum ein Spielzeughersteller lässt Kinder als Designer zu, obwohl die es besser könnten, als jeder andere. Die Kreativität, die individuellen Wünsche bleiben daher meist auf der Strecke. Wenn die Massenware nicht ankommt, muss eben Werbung das Bedürfnis erzeugen. Doch was ist, wenn sich jedes Kind sein eigenes Spielzeug entwerfen und produzieren könnte.TinkerToys2

Ein paar Studenten der Uni Magdeburg haben sich diese Frage gestellt und ein Konzept entwickelt, Kindern das Ruder bei der Spielzeugentwicklung in die Hand zu geben. Sie haben ein Unternehmen gegründet – TinkerToys. Ihre Idee ist es, die neue Technologie des 3D- Drucks zu nutzen, um Spielzeuge zu entwickeln. Dabei sollen Kinder die Ideen liefern. Es werden Workshops zu bestimmten Themen, wie zum Beispiel „Meereswelten“ für Kinder veranstaltet. Hier wird in Zusammenarbeit mit den Experten von TinkerToys ein Konzept für ein Spielzeug entwickelt, welches danach gedruckt wird. Dadurch wird Kindern in ihrer Kreativität freier Lauf gelassen und ganz nebenbei lernen sie auch Technik der Zukunft kennen.

Für den Druck nutzt das Unternehmen einen Kunststoff aus nachwachsenden Rohstoffen. Hiefür stehen sie in Kontakt mit dem KAT, dem Kompetenzzentrum für Nachwachsende Rohstoffe der Hochschule Magdeburg Stendal. Daher ist auch jedes Spielzeug aus ihrem Druck recyclebar.

Das Team von TinkerToys mit Sebastian Friedrich, Dr. Marko Jakob und Sebastian Schröder will sich nach dem erfolgreichen Start bereits erweitern. Als nächstes ist eine Filiale in Leipzig geplant, wo Workshops mit Kindergruppen und Schulklassen stattfinden sollen. Nein, Magdeburg den Rücken kehren wollen die drei bestimmt nicht. Es gibt viele wichtige Verbindungen mit der Uni Magdeburg und der Hochschule Magdeburg Stendal, so dass der Firmensitz in der Elbestadt bestehen bleibt. Außerdem wollen die drei Gründer auch mit den Studenten in Magdeburg zusammenarbeiten. So gab es bereits einen Spielzeugwettbewerb für Studenten, der aber wegen zu weniger Teilnehmer abgesagt werden musste. Doch das entmutigt die Unternehmensgründer nicht, beim nächsten Mal wolle man den Wettbewerb nicht zu Beginn der Semesterferien stattfinden lassen, dann seien vielleicht auch mehr Studenten bereit, ihre Ideen einzubringen.